Vietnamesischer Kaffee mit Ei, in Hanoi Cà Phê Trứng genannt: starker Phin-Kaffee unter einer luftigen Creme aus Eigelb und Kondensmilch, fast ein Dessert.
Brühe mit dem Phin-Filter einen kleinen, kräftigen Kaffee mit ca. 60 ml Wasser auf und gib ihn in eine Tasse.
Trenne das Eigelb vom Eiweiß. Gib das Eigelb mit der Kondensmilch (und optional etwas Zucker) in eine Schüssel.
Schlage Eigelb und Kondensmilch mit einem Mixer oder Schneebesen 5-10 Minuten auf, bis die Masse hell, cremig und schaumig ist, ähnlich wie Zabaione.
Gib die Eigelb-Creme vorsichtig oben auf den heißen Kaffee, ohne sie unterzurühren. So entsteht die typische zweischichtige Optik.
Am besten warm servieren, am Ende mit dem Löffel Creme und Kaffee gemeinsam genießen. Traditionell wird die Tasse in heißem Wasser warmgehalten.
Tipp
Nur frische Eier verwenden und die Creme direkt vor dem Servieren zubereiten. Je länger geschlagen wird, desto stabiler und cremiger wird die Creme.
Vietnamesischer Kaffee mit Ei, auf Vietnamesisch Cà Phê Trứng, stammt aus Hanoi und entstand in den 1940er Jahren, als Milch knapp war. Statt Milch wird Eigelb mit gesüßter Kondensmilch schaumig aufgeschlagen und auf den heißen Kaffee gesetzt. Es entsteht eine dicke, cremige Haube, die an Tiramisu erinnert und nach Ei überhaupt nicht schmeckt. Der Eierkaffee ist damit eher Dessert als Getränk und wird traditionell mit dem Löffel gegessen und getrunken zugleich.
Nein. Durch das lange Aufschlagen mit Kondensmilch und Zucker verliert das Eigelb seinen Eigengeschmack und wird zu einer süßen, vanilleartigen Creme. Wer es nicht weiß, vermutet eher Zabaione oder Eierlikör als Ei.
Das Eigelb wird nicht durchgegart, verwende deshalb nur frische Eier und bereite die Creme direkt vor dem Servieren zu. Der heiße Kaffee erwärmt die Creme von unten zusätzlich. Wer ganz sichergehen will, nimmt pasteurisiertes Eigelb.
Ein kräftiger, aber nicht zu bitterer Kaffee, klassisch ein Robusta-Arabica-Blend oder ein Arabica wie unser Moka. Die süße Eiercreme braucht einen Gegenpol, gleichzeitig soll der Kaffee die feinen Aromen der Creme nicht überdecken.
Fünf bis zehn Minuten, bis die Masse deutlich heller, dick und schaumig ist. Zu kurz geschlagen bleibt sie flüssig und sinkt im Kaffee ein, statt als stabile Haube obenauf zu liegen.
In Hanoi wird er fast immer warm serviert, weil die Eiercreme dann weich bleibt und sich mit dem Kaffee verbindet. Kalt funktioniert es trotzdem: Kaffee vorher abkühlen lassen, Creme frisch aufschlagen und zügig servieren, sonst wird sie fest.

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